Presse-Mitteilungen

März 2018

Symbolische Baumpflanzung für spirituellen Garten
„Leben schmecken“ auf der BUGA

Mit der symbolischen Pflanzung eines Apfelbaumes durch Kinder und Projektverantwortliche startete jetzt der Grundausbau für den ökumenischen Beitrag „Leben schmecken“ der Kirchen auf der BUGA 2019 in Heilbronn. Ein rund eintausend Quadratmeter großes Gelände wird zu einem spirituellen Garten gestaltet und so inszeniert, dass er neugierig macht, zum Verweilen einlädt, aber auch zum Dialog auffordert. An den 173 Tagen der Bundesgartenschau werden die evangelische und die katholische Kirche gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen dazu täglich Impulse geben mit Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen. Zugleich wird die Inszenierung des Themas auf Bühne und Freifläche zum Erleben, Nachdenken und Gespräch einladen. Bereitgestellt von der Heilbronner BUGA-Gesellschaft wurde dafür ein Areal im „Inzwischenland“, zentral gelegen in der Nähe von Floßhafen und Stadtausstellung.

Vier Landschaftsarchitekten wurden im Frühjahr vergangenen Jahres beauftragt, einen gestalterischen Vorentwurf für den Beitrag der Kirchen zu erarbeiten. Nach Vorlage der Ideen entschied sich das Preisgericht für den Entwurf des renommierten Landschaftsarchitekturbüros Cornelia Biegert in Bad Friedrichshall, der jetzt Basis für eine Umsetzung ist.

Der Erstentwurf, so die Architektinnen Cornelia Biegert und Johanna Müller, hat sich aus der Fortführung der Planungsgespräche sowie ersten Ergebnissen der Arbeitsgruppen zum Motto „Leben schmecken“ verlagert, welches das Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung schärfen will, insbesondere am Beispiel Ernährung. „Wie geht man letztendlich mit allen Elementen um, wie bespielt man den Garten – dieser Prozess wird uns weiter beschäftigen und andauern“, betont Cornelia Biegert und unterstreicht damit, dass auch die jetzigen Planungen noch fließend sind. Mit dem Grundausbau wird in den kommenden Monaten die Basis für einen Ort geschaffen, der die  Themen Schöpfung und Ernährung aufgreift und der Symbole der Kirche nutzt, damit Menschen still oder lebendig, alleine oder in Gruppen Kraft und Impulse für ihr Leben finden.

Vegetationsband und Symbol Kreuz

Zwei wesentliche Elemente der Planung, so Cornelia Biegert, sind ein Vegetationsband um das Gelände sowie das Symbol Kreuz, die zum einem den Eintritt in eine Einheit, zum anderen ein Zusammenführen unterschiedlicher Bereiche schaffen. Umgeben ist der Garten der Kirche durch die hochstämmige Bepflanzung der Bundesgartenschaugesellschaft mit Pappeln, die das Planungsbüro um weißblühende Stauden, wie Schleierkraut, weißen Mohn, Storchschnabel oder weißen Salbei, aber auch Zwiebelpflanzen wie Tulpen und Narzissen mit einer eigenen Note und Vielfalt aufwertet. „Der Großteil der rund 1700 Pflanzen, die für den spirituellen Garten vorgesehen sind, wird dieses Vegetationsband bilden“, beschreibt Johanna Müller den Umfang der Pflanzmaßnahmen.

Das Kreuz als Symbol der Kirche und der Kraft des Glaubens ist der Mittelpunkt des Gartens. Zwei Wege aus dunklem Plattenmaterial, die ein asymmetrisches Kreuz bilden, erschließen neben weiteren Zugängen barrierefrei den spirituellen Garten und kreuzen sich an einer überdachten, rund siebzig Quadratmeter großen Bühnenfläche. An diesem zentralen Punkt mit Bestuhlung werden Andachten, Kulturveranstaltungen sowie Mitmach-Aktionen stattfinden. Den Rückraum der Bühne bilden zwei Container, die auch als Lagerraum genutzt werden.

Weitere Akzente im Garten setzen ein großer hölzerner Tisch zum gemeinsamen Gespräch oder Essen, sowie eine flache Wasserschale mit über zweieinhalb Meter Durchmesser aus Cortenstahl, die ein Ort der Meditation und ruhiger Gespräche sein kann.

Symbol und Funktion zugleich ist eine Glocke mit Turm, mit deren Anschlag beispielsweise Veranstaltungen angekündigt werden. Nahe der Bühne ist eine Löffel-Skulptur aus Holz des Karlsruher Künstlers Hans Wetzl geplant. Der Löffel steht bildhaft für Essen und Schmecken und wird auch in der aktuell stattfindenden Kindergarten-Aktion „Her mit dem Löffel!“ verwendet.

Gleich am Beginn des Kreuz-Weges wird eine Schreib- und Kerzenwand stehen. Besucher können an der Innenseite ihre Gedanken, Wünsche und Hoffnungen anbringen und darüber kommunizieren. Durch die dahinter befindlichen großen Bestandsplatanen sieht Cornelia Biegert hier auch eine ideale Fläche, in sich zu gehen oder ganz einfach die Seele baumeln zu lassen.

Erstbepflanzung im Paradiesgarten

Entstehen wird im nördlichen Bereich ein Paradiesgarten, wo jetzt die symbolische Erstbepflanzung stattfand. Diese wurde  begleitet von Grußworten, Liedern des Kinderchores und dem Segen für Baum und Gelände durch die stellvertretenden Dekane Erhard Mayer und Roland Rossnagel. Mit seiner großen Rasenfläche zwischen einem runden Dutzend, bei ihrer Pflanzung etwa fünf Meter hohen Apfelbäumen, sowie einem Kräuter-Hochbeet bietet dieser Paradiesgarten viele Möglichkeiten für Veranstaltungen mit Kindern und Erwachsenen, lädt aber auch zum schlichten Verweilen ein.

Mit der symbolischen Pflanzung eines ersten Baumes startet zugleich der Grundausbau. Hierzu gehören das Setzen der Stauden und Bäume, das Verlegen der notwendigen Leitungen, der Bau des Bühnenfundamentes, das Einbringen der Wasserschale und natürlich die Aussaat des Rasens. Und es beginnt die notwendige Pflege zum Erhalt und Wachstum der Pflanzen. Erst kurz vor Beginn der BUGA-Eröffnung im April 2019 werden die weiteren Elemente, wie Schreib- und Kerzenwand, hölzerner Tisch, Glockenturm, Löffelskulptur und die Überdachung der Bühne aufgebaut.

Gemeinsames ökumenisches Projekt

Das gemeinsame ökumenische Projekt „Leben schmecken“ mit vielschichtigen Veranstaltungen tragen und gestalten die Evangelische Landeskirche Württemberg und die Kath. Diözese Rottenburg mit anderen christlichen Kirchen aus der Arbeitsgemeinschaft christliche Kirchen (ACK). Bewältigt werden soll das vielfältige Programm, an dem mehrere Projektteams schon seit Monaten arbeiten, auch durch ehrenamtlich Mitarbeitende als Ansprechpartner für die Besucherinnen und Besucher. Rund dreihundert Personen werden benötigt, um das für alle Altersgruppen geplante Programm  mit Beiträgen zu den Themen Schöpfung und Ernährung durchführen zu können. „Wir möchten damit die Erde als Garten Gottes ins Bewusstsein der Besucher rufen und werben mit diesem gemeinsamen Beitrag dafür, das Geschenk der Schöpfung und des Lebens anzunehmen, aber zugleich achtsam damit umzugehen“, betonen die Projektverantwortlichen Esther Sauer und Peter Seitz.

Nähere Informationen zum Projekt „Kirche auf der BUGA“ finden Interessierte im Internet unter www.kirche-buga2019.de. Wer während der BUGA mitgestalten möchte, kann sich auch direkt an Esther Sauer, Evang. Projektleitung, Tel. 07131 99101 – 20, Mail esther.sauer@elkw.de, sowie Peter Seitz, Kath. Projektleitung, Tel. 07131 2086142, Mail peter.seitz@drs.de, wenden.

Geländeplanung


Februar 2018

Mutige architektonische Entwürfe  eines Bühnendaches für „Kirche auf der BUGA“

– Entscheidung noch offen

Eine nicht-alltägliche Lösung einer Bühnenüberdachung für einen besonderen Beitrag der Kirchen für eine außergewöhnliche Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn – dies war der Ansatz für die Zusammenarbeit des Projektes „Kirche auf der BUGA“ mit der Technischen Hochschule Stuttgart. Ergebnis sind fünf architektonische Entwürfe, teils mit experimentellem Ansatz, überwiegend nachhaltig und auch eng mit dem Motto „Leben schmecken“ des Kirchenauftritts verknüpft, entwickelt von elf Studentinnen und Studenten als viermonatige Semesterarbeit im Master-Studium. Begleitet wurde das Projekt von den beiden Professoren Stefan Zimmermann (Fachgebiet Tragwerkslehre) und Ralf Petersen (Fachgebiet Baukonstruktion und Entwurf) der Fakultät Architektur und Gestaltung der Hochschule. Offen ist, ob eines der Modelle Realität wird oder doch eine einfache Lösung gebaut wird. Denn auch für den favorisierten Entwurf einer frei geformten Holzgitterschalenkonstruktion sind Machbarkeit und Kosten nicht abschließend geklärt.

Ein Sommerhut war die erste Anregung eines Dreierteams für seinen Ent-wurf, der in der Erarbeitungsphase zu einer welligen Schale mutierte – und jetzt als einziger Entwurf weiterverfolgt wird. Ein leichtes Dach im Stil der Multihalle von Frei Otto, einer Mehrzweckhalle im Mannheimer Herzogenriedpark, die zur Bundesgartenschau 1975 errichtet wurde. Bis heute ist diese die größte frei geformte Holzgitterschalenkonstruktion der Welt.

Deutlich kleiner wäre diese Holzgitterkonstruktion für Heilbronn, die eine angenehme Leichtigkeit für das Umfeld und ein gutes Raumgefühl im In-nern und damit auch Geborgenheit ausstrahlt. Durch die Nutzung von Kie-fernholzlatten und einem ausgeklügelten Verbindungssystem der Latten, spiegelt dieses Modell einen nachhaltigen ökologischen und ökonomischen Hintergrund wider.

„Beeindruckende Ergebnisse und überraschende Weiterentwicklungen“ konstatierte das Auswahlgremium den Entwürfen, für viele war jedoch  ein enges Zeitfenster für die Umsetzung sowie ein begrenztes Budget das Ausschlusskriterium.

So wurde auch die Holzkonstruktion einer hyperbolischen Paraboloidschale, kurz HP-Schale genannt, verworfen. Bei dieser Sonderform im modernen Dachbau handelt sich um eine regelmäßig doppelt-gekrümmte Fläche, die sowohl Hyperbeln und Parabeln als auch Geraden enthält.

Experimentell und überaus beeindruckend war ein weiterer Ansatz mit Modulen aus jeweils drei Getränkekästen. Insgesamt etwa 4.000 dieser Kästen müssten verbunden und verbaut werden – die nach Ende der BUGA wieder ihrem originären Nutzen zugeführt hätten werden können. Da aber für diesen mutigen Bau nach Einschätzung der Fachleute noch intensive Ingenieurleistungen zu erwarten sind, war auch dieser vom Tisch.

Sehr interessant fanden die Juroren auch ein Modell aus Layher-Gerüststangen mit Polycarbonatplatten, die zum einen Schutz bieten, zum anderen auch für Farb- und Schattenspiele sorgen würden. Durch sein Netz aus vertikalen und diagonalen Stäben wirkt es in seiner Formgebung sehr differenziert und schafft unterschiedliche Einblicke und Erlebnisräume.

Ein Team griff für seinen Entwurf das natürliche Blatt und seine Vergänglichkeit auf: Drei große Blätter als Dach für die Bühne, ein kleineres eingerolltes Blatt für einen Tisch, und ein in sich gewundenes Blatt um eine Wasserschale. Die Träger sollten aus Stahl sein, als Material für die Blattflächen war ein Weidengeflecht vorgesehen. Doch auch für diesen beeindruckenden Entwurf war eine Realisierung bis Frühjahr 2019 einfach zu kurz.


Januar 2018